"Projekte"-Seite
Sehr geehrte Besucherin, sehr geehrter Besucher unserer
Website,
die Mitglieder im Team von pro argumentis engagieren sich
für Verständigung in unterschiedlichen gesellschaftlichen
Bereichen.
Auf dieser Seite informieren wir Sie ständig über
Projekte, an denen Mitglieder des Teams von pro argumentis beteiligt
sind.
Für Ihre Fragen oder Anregungen sind wir dankbar.
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Dialog im
Vollzug
Sokratische
Gespräche mit
Langinhaftierten in der Justizvollzugsanstalt Berlin Tegel
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Mit diesem ambitionierten Projekt
unterstützen fünf Teammitglieder von pro argumentis die
Arbeit der
sozialpädagogischen Abteilung in der Justizvollzugsanstalt Tegel.
Seit April 2000 bieten wir, zunächst Uwe Nitsch und Horst Gronke,
seit 2005 Jens Peter Brune, Horst Gronke, Bärbel Jänicke,
Volker Rendez und
Sabir Yücesoy Sokratische
Gespräche für Langinhaftierte an. Derzeit finden drei Gruppen
mit jeweils ca. 12-14 freiwilligen Teilnehmern statt.
Die Teilnehmer erfahren hier, dass sie selbst etwas zu
sagen haben, und dass sie in dem, was sie sagen, ernst genommen werden.
Sie stärken ihr Selbstbewusstsein, verbessern ihr
Gesprächsverhalten, gewinnen Distanz zu ihren gewohnten
Verhaltensweisen, klären ihre grundlegenden Einstellungen und
Haltungen.
Über unsere Gespräche wurde mehrfach in
Presse, Rundfunk und Fernsehen berichtet. Derzeit ist ein
Dokumentarfilm zu unseren Gesprächen im enstehen.
Mehrere Artikel und Interviews sind bisher zu unseren
Gesprächen erschienen, u.a.:
Horst Gronke; Uwe Nitsch:
"Moving through Dialogue — Free Thinking in
a Confined Space. Socratic Dialogue in Tegel Penal Institution"
(Translation: Lily Sparnaay), in: "Practical
Philosophy", Journal of the Society for Philosophy in Practice, Vol 5,
No. 2, 2002, pp. 13-25;
Horst Gronke; Uwe
Nitsch:
Dialog im Vollzug - Freies Denken im geschlossenen Raum. Sokratische
Gespräche mit Langinhaftierten in der Justizvollzugsanstalt Tegel.
In: D. Krohn; B. Neißer (Hg.):
"Verständigung über
Verständigung", Münster: LIT, 2004, S. 165-197.
Jens Peter Brune; Horst
Gronke: Dialog im Vollzug. Neosokratische Gespräche mit
Häftlingen der Justizvollzugsanstalt Berlin-Tegel. In:
Information Philosophie, 33. Jg., Heft 2, 2005, S. 76-82.
Hier finden Sie weitere
Informationen zu dem Projekt "Dialog im Vollzug". Es würde uns
sehr freuen, wenn wir Sie als Sponsor/in
für Sokratische Gespräche in der JVA Tegel gewinnen
würden.
Steuerlich
abzugsfähige, zweckgebundene Spenden können unter dem
Stichwort "Dialog im Vollzug" gerichtet werden an:
Förderverein der
Sozialtherapeutischen Anstalt in der JVA Berlin Tegel e.V.
(eingetragen im Amstgericht Charlottenburg, Reg. Nr. 22027 Nz),
Bankverbindung: Postbank Berlin, BLZ: 100 100 10, Kto.: 674219105.
Selbstverständlich können Sie sich mit Ihren
Fragen auch direkt an uns wenden.
Tel. 030-610 766 96, E-Mail: dialog-im-vollzug@pro-argumentis.de
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Sokratische Gespräche als
Instrument, kontroverse Fragen zu medizinethischen Themen sachlich und
verständigungsorientiert zu diskutieren, wurden erforscht im EU-Projekt
"Increasing
Public Involvement in Debates on Ethical
Questions of Xenotransplantation"
Das Forschungsprojekt wurde von Dr. habil. Beate Littig
vom Institute for Advanced Studies in Wien geleitet. Beteiligt waren
das
Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung in
Karlsruhe, das Hans Jonas-Zentrum an der Freien Universität Berlin
und das Consejo Superior de Investigaciones in Madrid.
Ein Team von Soziologen wertete den Verlauf von
Sokratischen Gesprächen in drei europäischen Ländern zu
ethischen Fragen der Forschung zur Transplantation von Tierorganen in
Menschenleiber aus.
In Wien wurden die Gespräche von PD Dr. Beate
Littig geleitet. Dr. Horst Gronke leitete die Gespräche in Berlin,
Dr. Paolo Dordoni leitete die Gespräche in Madrid.
Die sehr ermutigenden Ergebnisse wurden in
verschiedenen Veröffentlichungen präsentiert, u.a.:
Erich Griessler, Dr.
Beate Littig: Participatory Technology Assessment of
Xenotransplantation: Experimenting with the Neo-Socratic Dialogue.
In:
Practical Philosophy, Journal of the Society for Philosophy in
Practice, Vol 6, No. 2, 2003, pp. 56-67.
Horst Gronke,
Paolo Dordoni, Beate Littig: Sokratische Gespräche zu den
ethischen Fragen der Xenotransplantation. Ein neuer Versuch der
öffentlichen Verständigung über die Risiken der
hochtechnologischen Medizin. In: D. Böhler; J. P. Brune
(Hg.):
Orientierung und Verantwortung. Begegnungen und Auseinandersetzungen
mit Hans Jonas. Würzburg: Königshausen & Neumann, Juni
2004, S. 349-367.
Forschungsprojekt
zur genetischen Beratung
Pro argumentis ist
an einem
internationalen Forschungsprojekt beteilit, das vom Institut für
Höhere Studien (Wien) im Rahmen des Programmes Genomforschung
in
Österreich (GEN-AU) des Bundesministeriums
für Bildung
Wissenschaft und Kultur durchgeführt wird.
Ziel dieses
international
vergleichenden Forschungsprojektes, in dem
österreichische, deutsche und japanische Forschungseinrichtungen
kooperieren,
ist es,
zur Optimierung der genetischen Beratung beizutragen.
Dazu werden die im
Feld involvierten
Akteure in einem anspruchsvollen diskursiven Verfahren die spezifischen
Bedingungen und Herausforderungen der genetischen Beratung klären.
Als Mittel
zur Reflexion der Praxis und Weiterentwicklung der genetischen Beratung
soll
der „neo-sokratischen Dialog“ (NSD)
eingesetzt werden.
Das Projekt dauert von März 2006 bis
August 2008.
Das erste neo-sokratische Gespräch, das von Prof. Dr. Andreas
Frewer und seiner Mitarbeiterin Dr. Irene Hirschberg von der
Medinischen Hochschule Hannover organisiert wird, findet unter der
Leitung von Dr. Horst Gronke und PD Dr. Beate Littig vom 14-16.
September 2007 in Berlin statt.
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Ein in Deutschland außergewöhnliches
Angebot werden wir nach einer kreativen Pause zu Beginn des Jahres 2008
wieder neu aufnehmen, nämlich unser
"Philosophisches
Diner"
Anmeldungen
und
Informationen:
Dr. Horst Gronke, pro
argumentis
Tel./Fax. 030 - 610 766 96
E-Mail: philosophisches-diner@pro-argumentis.de
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Hier erfahren Sie
noch mehr über die Tradition, den Sinn und den Ablauf unserer
Philosophischen Diners !
Das Berliner
Philosophische Diner
In Berlin bieten wir Ihnen eine ganz besondere
Möglichkeit, in angenehmer Atmosphäre gesellig zu speisen und
zu denken: das „Philosophische Diner“. Ausgehend von Anregungen aus der
Pariser Szene des Café philosophique beleben wir eine alte
Tradition wieder: die Tradition des „Diner Pensant“ oder „Philosophical
Dinner“. Sie verbindet sich zwanglos mit der Berliner Salonkultur.
Während eines mehrstündigen Essens erörtert eine
Tafelrunde von 12-15 Personen ein philosophisches Problem.
Unsere Gäste benötigen keine philosophischen
Fachkenntnisse.
Die Teilnehmerzusammensetzung ist bunt gemischt. Unsere Gäste
kommen aus unterschiedlichen Lebenskontexten und Berufsrollen. Personen
aus der Betriebswirtschaft, aus Unternehmen, aus der Computerbranche,
aus Verwaltungsorganisationen, Handwerker, Lehrer, Arbeitsuchende,
Studenten. Sie erleben, wie man im Ausgang von konkreten Erfahrungen
durch eigenes Denken und im gemeinsamen freundschaftlichen
Gespräch zu philosophischen Klärungen kommen kann. Sie
erfahren einen fruchtbaren und lustvollen Gedankenaustausch über
grundlegende und für die eigene Lebensorientierung bedeutende
Fragen.
Ein philosophisches Diner ist weder philosophisches
Seminargespräch noch unverbindlicher Small talk, sondern ein
partnerschaftliches sachbezogenes Gespräch in kreativer
Atmosphäre.
Die Methode, die wir verwenden, bietet einen
Rahmen, der den Freiraum für vertiefendes und eigenständiges
Denken sichert. Von erzählten persönlich erlebten
Beispielerfahrungen ausgehend versuchen wir schrittweise, zu
allgemeineren, fundamentaleren Aussagen zu kommen. Dabei verlassen wir
uns ganz auf unser eigenes Vermögen zu verstehen, zu fragen, zu
urteilen.
Zur Tradition des Philosophischen Diners
Das geistvolle Gespräch bei Tisch hat
Tradition.
Der griechische Philosoph Platon hatte unter dem Titel „Symposion“ (Das
Gastmahl) ein Gespräch überliefert, bei dem sein Lehrer
Sokrates in geselliger und feucht fröhlicher Runde mit anderen
Freunden des Geistes über den Eros (die Liebe) nachdachte.
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Heute
wählen wir als genussvollen Rahmen für das gemeinsame
Gespräch ein Diner von 4 Gängen. Anders als beim „Symposion“
werden keine Reden reihum gehalten, sondern die Teilnehmer führen
zu einem Ihnen bedeutsamen Thema ein wirkliches Gespräch
miteinander.
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Tiefe des alltäglichen Denkens
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„Denn wenn einer des Sokrates Reden anhören
will,
so werden sie im anfangs ganz lächerlich vorkommen, in solche
Worte und Redensarten sind sie äußerlich eingehüllt,
wie in das Fell eines frechen Sartyrs. Denn von Lasteseln spricht er,
von Schmieden und Schustern und Gerbern, und scheint immer auf
dieselbige Art nur dasselbe zu sagen, daß jeder unerfahrene und
unverständige Mensch über seine Reden spotten muß.
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Wenn
sie aber einer geöffnet sieht und inwendig hineintritt: so wird er
zuerst finden, daß diese Reden allein inwendig Vernunft haben,
und dann daß sie ganz göttlich sind und die schönsten
Götterbilder von Tugend sich enthalten, und auf das meiste von dem
oder vielmehr auf alles abzwecken, was dem der gut und edel werden will
zu untersuchen gebührt.“ (Platon, Symposion, 221 c – 222 a).
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Philosophieren ist eine Kunst, die jeder
ausüben
kann. Im antiken
Athen hatte sie Sokrates in seinen Gesprächen mit Personen aus
allen Gesellschaftsschichten, Staatsmännern, Kaufleuten,
Handwerken – vorgeführt. Da Sokrates’ Gespräche ans
alltägliche Denken anknüpften, schienen sie den
vermeintlichen Fachleuten zunächst unbedeutend. Aber immer wieder
stellte sich heraus, dass einfaches erfahrungsnahes Denken, das in die
Tiefe geht, zu existentiell bedeutsamen Einsichten führen kann,
die dem eingefahrenen Expertendenken überlegen sein können.
Die vier grundlegenden
Regeln
beim Philosophischen Diner
Das Philosophische Diner ist ein offenes
Gespräch,
das nur durch einige wenige Regeln eingerahmt wird, die für ein
fruchtbares und persönliches philosophisches Gespräch
hilfreich sind:
- Sich gegenseitig achten: Verhalte dich
gegenüber
deinen Gesprächspartnern wie ein Freund der Weisheit (philos
sophia). Auch wenn du einer anderen Auffassung nicht zustimmst,
respektiere sie als einen Beitrag, die Wahrheit zu einer Frage zu
finden. In jeder Auffassung liegt ein Körnchen Wahrheit.
- Zuhören: Interessiere dich für die
Beiträge deiner Gesprächspartner – sie könnten eine
wichtige neue Perspektive enthalten, an die du vorher noch nicht
gedacht hast. Höre deinen Gesprächspartnern zu, wenn sie
sprechen. Knüpfe mit deinen eigenen Gedanken an die Gedanken
deiner Gesprächspartner an.
- Selber denken: Verlasse dich auf dein eigenes
Denken,
denke authentisch. Versuche, dich frei zu machen von angelernten oder
angelesenen Denkmodellen. Beziehe dich auf die Erfahrungen, die du
selbst und deine Gesprächspartner im Leben gemacht haben. Vermeide
das Zitieren von Philosophen oder das Referieren von philosophischen
Werken.
- Tolerant und selbstkritisch sein: Betrachte
deine
eigenen Auffassungen nicht als feststehend, sondern öffne sie
für mögliche Veränderungen und Weiterentwicklungen.
Nehme eine untersuchende Einstellung zu deinen eigenen Meinungen ein
und lade andere dazu ein.
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Wie ein philosophisches
Diner
abläuft
Aperitif. Nach der Begrüßung geben wir
eine
kurze Einführung in das Abendprogramm. Die beiden
Gesprächsleiter stellen das Thema des gemeinsamen Diners vor und
geben erste gedankliche Impulse für den Gesprächsverlauf.
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Entrée. Während des ersten Ganges tauschen
die Gäste konkrete Erfahrungen aus, die sie aus beruflicher oder
privater Sicht mit dem Thema verbinden. Diese Erfahrungen werden
zunächst gedeutet und verglichen, bis die Basis für eine
erste Einschätzung gelegt ist.
Suite. Bis zum Hauptgang formulieren und bedenken
die Gäste einzelne Auffassungen. Nach dieser erfahrungsnahen Phase
leiten wir über zur Phase grundlegenderer und allgemeinerer
Einsichten. In der im engeren Sinne philosophischen Phase geht es
darum, allgemeine Maßstäbe und Überzeugungen zu finden,
die die konkreten Auffassungen zu einzelnen Erfahrungen tragen
können. Nach Bedarf und Wunsch unterbrechen wir den gemeinsamen
Gedankengang, um den Gästen Gelegenheit zum freien
Tischgespräch zu geben.
Fine. Bei Dessert und Café beschließen wir
den Abend mit einem Resümee der gewonnenen Einsichten und der
offenen Fragen.
Wie ein philosophisches Diner
geleitet wird
Das Berliner philosophische Diner wird von zwei Personen
geleitet, die im wesentlichen die Aufgabe haben, den Teilnehmenden Raum
zur Entfaltung und gemeinschaftlichen Untersuchung der eigenen Gedanken
zu geben.
Die Gesprächsleiter halten sich mit eigenen
inhaltlichen Beiträgen zurück und konzentrieren sich ganz auf
einen fruchtbaren Verlauf der Gesprächs.
Wir verwenden in unserer Gesprächsführung eine
Methode, die
seit der Antike mit dem Namen „Sokratische Maieutik“ verbunden ist: die
„Geburtshelferkunst“, bei der die Fähigkeit zur Entwicklung
eigener Einsichten durch gezielte Fragen und Hilfestellungen
gefördert wird.
Wir achten auf einen Gesprächsverlauf, der an einem
Dreischritt des gemeinsamen Denkens orientiert ist: (1) Erfahrungen
klären, (2) konkrete Gedanken formulieren sowie (3) grundlegende
Überzeugungen und Werte begründen.
Themen beim Philosophischen
Diner
Unsere Themen basieren zum einen auf Vorschlägen
unserer Teilnehmer am philosophischen Diner. Zum anderen überlegen
wir uns Themen, die wir bedeutsam für die Orientierung in
alltäglichen und beruflichen Zusammenhängen halten. Das sind
Themen wie „Was hoffen, was fürchten?“ „Wann muss ich Farbe
bekennen?“ „Was ist Glück?“ „Verändern oder nicht
verändern?“ „Was ist Freundschaft?“ „Bin ich konservativ?“ „Was
ist ein guter Rat?“ „Zu welchem Risiko bin ich bereit?“
In den philosophischen Diners des Jahres 2006 wenden
wir uns Themen zu, die sich mit grundlegenden Fragen der langfristigen
persönlichen Lebensorientierung befassen – Themen wie „Was
heißt gutes Leben für mich?“ oder „Was bedeutet mir
Unabhängigkeit?“
Früchte des
Philosophischen Diners
Sie kommen einmal raus aus dem schnelllebigen Agieren in
ihrem Beruf und im Alltag, wo sie häufig keine Zeit haben,
gründlicher nachzudenken. Sie nehmen sich den Freiraum, bedeutsame
Fragen intensiv zu beleuchten, bevor sie in Entscheidungssituationen
schnell reagieren müssen.
Sie üben sich auf genussvolle Weise in die Kunst
des Philosophierens ein. Sie bekommen einen Eindruck davon, wie man
jenseits von trockenen Erörterungen und belanglosem
Kneipengespräch mit anderen ernsthaft und sinnenfreudig zugleich
philosophieren kann.
Vor allem erfahren Sie Neues von den Denkgewohnheiten
und Lebenseinstellungen anderer Personen. Denn ein philosophisches
Gespräch bleibt nicht an der Oberfläche. Wohl unterhalten Sie
sich im Alltag mit Ihrer Bäckerin, mit Nachbarn, mit Mitarbeitern
und erfahren dadurch etwas von ihnen, aber diese Gespräche gehen
in der Regel nicht in die Tiefe. Wie sehen Ihre Freunde und Bekannten,
Ihre Bäckerin, Ihre Nachbarn, Ihre Kollegen die Welt, was
erscheint Ihnen bedeutsam, worum sorgen sie sich im Innersten?
Darin liegt die besondere Herausforderung des
philosophischen Diners – die Perspektiven anderer kennen und
schätzen lernen, das verborgene Wissen, das wir alle haben, im
partnerschaftlichen Gespräch ans Licht zu heben und dadurch neue
Möglichkeiten für die persönliche Lebens- und
Berufsorientierung zu gewinnen.
Presse
Die Journalistin Ulrike Schattenmann schrieb in ihrem
Artikel "Sinn und Sinnlichkeit" im Berliner Magazin "Zitty"
(4/2006) in Bezug auf unser Diner vom 31. Januar 2006:
"Der Schweinsbraten ließ Fragen offen. Nicht in
kulinarischer Hinsicht, nein. Das Fleisch zerging zart auf der Zunge,
die Kruste knackte, Semmelknödel und Sauce verbanden sich aufs
angenehmste. Nicht einigen konnte sich die Tisch-Runde darüber,
was 'gutes Leben' ausmacht: Aktiv sein oder die innere Einkehr plfegen?
Und: Kann man gutes Leben überhaupt beeinflussen oder ist das
Schicksal?
In Gesellschaft speisen und dabei eine philosophische Frage
erörtern. Das ist das Motto der philosophischen Diners, die in
loser Abfolge sechs Mal im Jahr stattfinden. [...] 'Wir bringen zwei
scheinbar unvereinbare Gegensätze zusammen. Die fröhliche
Runde und das ernste Gespräch", erklärt Gronke.
Es ist eine besondere Art der Erlebnisgastronomie, die in Berlin seit
einigen Jahren gepflegt wird. Zielgruppe ist dabei nicht unbedingt die
kulinarische Spaßgesellschaft, ... Im Gegensatz dazu fordern die
pilosophischen Diners ... ihren Gästen so einiges ab: Das freie
Sprechen vor Fremden fällt nicht jedem leicht, und so mancher
feste Standpunkt wackelt bei kritischen Nachfragen. Und doch bereichert
dieser Abend ungemein. Jeder Gast nimmt einen Vorsatz, eine Perspektive
mit nach Hause - sei es, bewusster zu leben, sich weniger unter Druck
zu setzen oder einfach die Erkenntnis, dass Gespräche mit Tiefgang
richtig Spaß machen."
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Sie können sich diese Informationen zum
Philosophischen Diner auch als
pdf-Datei herunterladen: Philosophisches-Diner.pdf
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